Aktuelle Themen

TIB des Jahres

Rückblick - Ein Jahr „Trans*Inter* Beratungsstelle“

Gründung der Trans*Inter*Beratungsstelle:
Die Geschichte unserer Entstehung begann bereits im Oktober 2015, als im Stadtrat die „Einrichtung einer Beratungsstelle für trans* und inter* Menschen“ beschlossen wurde. 
 
Im Jahr 2017 war es soweit: Robin und Irena begannen gemeinsam ab Februar die Räumlichkeiten und Strukturen der neuen Beratungsstelle vorzubereiten.

Am 16.05.2017 konnte sie dann offiziell eröffnet werden. Anfang Juni fing Vincent bei der Beratungsstelle als Berater, zusätzlich zu Robin , auf der zweiten 75% Stelle an. Zwei Wochen darauf folgte Andrea. Wir waren glücklich sie in Form eines Mini-Jobs für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und als generelle Unterstützung gewinnen zu können.
Irena Wunsch leitet die Beratungsstelle mit einem kleinen Stundenanteil, im Rahmen ihrer Funktion als Leitung des Bereiches Beratung und Prävention, zu der neben der HIV-Beratungsstelle auch die Beratungsstelle RosaAlter, als ein Projekt der Münchner Aids-Hilfe e.V. gehört.
 
Das Beratungsangebot wird durch die Stadt München finanziert und ist eine der wenigen, hauptamtlich geförderten Beratungsstellen deutschlandweit für diesen Bereich.

Unsere Aufgaben lassen sich in vier zentrale Bereiche unterteilen:
• Individuelle Beratung, Begleitung und Unterstützung
• Fachberatung und Fortbildung zu den Themen trans* und inter*
• Unterstützung der Selbsthilfe-Gruppen, Netzwerke und Vereine
• Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung
 
Individuelle Beratung, Begleitung und Unterstützung:
Da wir die Auswertung des Jahres immer am Ende des Kalenderjahres anfertigen, beziehen sich die folgenden Zahlen auf Juni bis Dezember 2017.

In dieser Zeit haben sich 123 Personen an die Beratungsstelle gewandt. Davon haben 78 Personen einen trans* Hintergrund, der sich auf 23 trans*-männliche, 17 trans*-non-binäre und 38 trans*-weibliche Personen verteilt. Mehrheitlich haben trans*Menschen und deren Angehörige die Beratungen angefragt.  Dabei ist der Anteil von Eltern bei den Angehörigen, die sich an uns wenden, sehr hoch.

Insgesamt gab es in diesem Zeitraum 237 Kontakte von Ratsuchenden. Der Anteil der langfristigen Kontakte machte dabei 80% aus. Ein sechstel aller Beratungen 2017 wurden von Eltern genutzt.
 
Fachberatung und Fortbildung zu den Themen trans* und inter* & Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung:
Da trans* und inter* Menschen in allen Lebenslagen und mit unterschiedlichsten Themen zu uns in die Beratung kommen, benötigen wir für unsere Arbeit eine differenzierte Verweisstruktur. Daher ist eine gute Vernetzung mit anderen Einrichtungen des Hilfesystems eine sinnvolle Grundlage unserer Arbeit.
 
Im Jahr 2017 haben wir uns deshalb mit 12 anderen Einrichtungen gezielt vernetzt, darüber hinaus erreichten wir zahlreiche Träger der Regelversorgung durch unsere Öffentlichkeitsarbeit. Wir veranstalteten 7 Fortbildungen, hatten 2 Infostände, gaben Interviews und organsierten Veranstaltungen. Zum Beispiel zeigten wir am Intersex Awareness Day und innerhalb der Prideweek,  den sehr eindrucksvollen Film „Intersexion“.
Unsere Gremienarbeit umfasste beispielsweise den „Szenestammtisch“ und den „Runden Tisch zur Gleichstellung von Schwulen, Lesben und Transgendern der Koordinierungsstelle der LHM“.
 
Unterstützung der Selbsthilfe-Gruppen, Netzwerke und Vereine:
Im letzten Jahr war es uns besonders wichtig, Kontakt zu den Selbsthilfegruppen herzustellen, unsere Einrichtung als hauptamtliche Ergänzung zur Selbsthilfe zu etablieren und uns zu vernetzen.

Wir stehen im Kontakt mit „VivaTS“, „TransMann e.V.“, „Trans-Ident München“, „QTies“, „Diversity“, der „Trans*Inter*Tagung München“ und einer Gruppe von Angehörigen für trans*Menschen.
 
An dieser Stelle muss die ehrenamtliche Arbeit hervorgehoben werden, die für einen großen Teil der Hilfe und Unterstützung von trans* und inter* Personen ausschlaggebend sind. Nur durch ein großes, ehrenamtliches Engagement sind diese tollen Angebote überhaupt erst möglich.
Bei Bedarf stellen wir inter* oder trans* Selbsthilfegruppen gerne Räume zur Verfügung.
 
Vielen Dank für all die Unterstützung im letzten Jahr.
 
Euer Team der Trans*Inter*Beratungsstelle
Robin, Vincent, Andrea und Irena
 
 

Beitrag von Quarks & Co zum Thema Inter*

Junge oder Mädchen? Warum es mehr als zwei Geschlechter gibt

Der Folgende Beitrag aus der Reihe "Quarks & Co" des WDR ist unserer Ansicht nach empfehlenswert für einen Einstig in den Themenbereich Inter*. Es wird Grundsätzliches rund um Inter* vermittelet und inter* Menschen selbst wurden als Expert_innen in eigener Sache interviewt.

In dem Beitrag wird nicht nur die Situation von inter* Menschen geschildert, sondern zusätzlich ein Fokus auf das Thema "Geschlecht" gelegt.

Ein kleine Anmerkung unsererseits:
Wir möchten darauf hinweisen, das Lynn D. sich selbst als Z****** bezeichnet. Dies ist eine Selbstbezeichnung, die von den meisten inter* Menschen abgelehnt wird und sollte daher nur von inter* Menschen als Selbstbezeichnung verwendet werden beziehungsweise mit Einverständnis der jeweiligen inter* Person verwendet werden, wenn diese es für sich als stimmige Bezeichnung empfindet.

Zum Beitrag

Körpererfahrungs-Workshop

Körpererfahrungs-Workshop für trans* und nicht-trans*Menschen. Ein Workshop mit Alexander Hahne und K* Stern

Die Trans*Inter*Beratungsstelle veranstaltet zusammen mit der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (KGL) einen Körpererfahrungs-Workshop.

Hier der Ankündigungstext der Workshop-Leiter_innen:

Dieser Workshop bietet dir die Möglichkeit der körperlichen Selbstbegegnung und -reflexion. Durch körperpraktisches Erleben nähern wir uns unserer geschlechtlichen Identität und nehmen unsere Körper explizit wahr. Um unsere Körperwahrnehmung zu verbessern nutzen wir die folgenden Inhalte:

  • Wahrnehmungs-, Atem- und Entspannungsübungen
  • Angeleitete Massagen allein und zu zweit unter Berücksichtigung von Trans*Besonderheiten
  • Tanz- und Bewegungseinheiten
  • Austausch über die eigene Körperlichkeit in Verbindung mit der geschlechtlichen Identität sowie das eigene Erleben im persönlichen gesellschaftlichen Umfeld
  • Übertragungsmöglichkeiten in den eigenen Alltag

Alle Übungen sind trans*sensibel konzipiert und die Teilnehmenden werden ermutigt selbst zu entscheiden, wie sie die Übungen für sich gestalten und ggf. uminterpretieren. Ob trans*, trans, transgender, transident, transsexuell, queer, genderqueer, genderfluid, weder-noch, nicht-binär, agender – oder noch ganz anders, du bist willkommen in unserem Workshop!

Mehr Informationen und das Anmeldungsformular findet ich auf der nächsten Seite.

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Das Personenstandsrecht muss einen weiteren positiven Geschlechtseintrag zulassen, oder kommplett auf diese verzichten.

Die Trans*Inter*Beratungsstelle gratuliert Vanja zum wegweisenden Erfolg beim Bundesverfassungsgericht.

Denn das Bundesverfassungsgericht hat heute, am 08.11.2017 einen Beschluss vom 10.10.2017 veröffentlicht.

In diesem Beschluss steht, dass bis zum 31. Dezember 2018 der Gesetzgeber für „Personen, deren Geschlechtsentwicklung gegenüber einer weiblichen oder männlichen Geschlechtsentwicklung Varianten aufweist und die sich selbst dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen, neben dem Geschlechtseintrag „weiblich“ oder „männlich“  ein weiterer positiver Geschlechtseintrag ermöglicht werden muss.“

Dies ist ein wichtiger und großer Schritt für inter* Menschen in Deutschland.
In der Pressemitteilung gibt das Bundesverfassungsgericht zwei Möglichkeiten an, wie Verstöße gegen diese Verfassung vermieden werden könnten:
 
Zum einen „… könnte der Gesetzgeber auf einen personenstandsrechtlichen Geschlechtseintrag generell verzichten.“
Oder „… er kann aber stattdessen auch für die betroffenen Personen die Möglichkeit schaffen, eine weitere positive Bezeichnung eines Geschlechts zu wählen, das nicht männlich oder weiblich ist.“
 
Für mehr Informationen empfehlen wir die Seite der Aktivist*innen der Kampagnengruppe Dritte Option die Vanja auch unterstützen.

Vollständiger Beschluss

Intersex Awareness Day mit Filmvoführung "Intersexion"

Die Trans*Inter*Beratungsstelle zeigt anlässlich der Intersex Awareness Day die neuseeländische Dokumentation "Intersexion"

Am 26. Oktober wird seit 2003 der "Intersex Awareness Day" begangen, dessen Ziel ist Aufmerksamkeit für die Situation von inter* Menschen zu erzeugen.

Anlässlich dessen zeigen wir erneut den Film "Intersexion", die Vorführung im Rahmen der PrideWeek im Juli wurde sehr gut aufgenommen.

Uns erreichte aber der Wunsch diesen Film noch einmal zu zeigen da auf Grund der vielen parallelen Veranstaltungen, einige interessierte Menschen nicht dabei sein konnten. Daher erschien uns dieser Tag als die perfekte Gelegenheit für eine erneute Vorführung. 

In dem Film kommen inter* Menschen selbst zu Wort und berichten über ihre Erfragungen und Erlebnisse in einer Gesellschaft die scheinbar nur Frauen und Männer kennt und akzeptiert.

Achtung der Film wir im englischen Original gezeigt, leider gibt es keine Version mit Untertiteln.
 
Anschließend gibt es die Möglichkeit zum gemeinsamen ausklang im Café Regenbogen
 
Donnerstag, 26. Oktober, 19 Uhr, Studio der Münchner Aids-Hilfe, Lindwurmstr. 71, Mittelbau, Eintritt frei